Fachpressekongress 2019

Mein Herz schlägt laut, ich spüren meinen Puls, die Aufregung steigt. Ein Gong beendet die Kaffeepause und markiert den Start für den nächsten Punkt des Programms. Es ist Frühjahr 2016, wir sind in Berlin, großer Saal im Hotel Ellington und gleich beginnt der Startup Track des Kongress der Deutschen Fachpresse. Es war die Aufregung vor einem meiner ersten Vorträge auf großer Bühne. Volker Zanetti und Dr. Bastian Schwithal hatten mich eingeladen, unser, zu dem Zeitpunkt sehr junges, Unternehmen dort auf der Hauptbühne einem Publikum von rund 500 Besuchern der Deutschen Fachpresse vorzustellen. Was für eine Ehre und was für eine Spannung!

Der Kontext auf dem Fachpressekongress 2016

Und was für eine spannende Zeit, die zwischen diesem Vortrag und dem Heute steht. Als ich damals die Bühne betrat, stellte ich die Idee zu unserem Online-Dossier Der Kontext vor. Wie können wir komplexe Themen besser vermitteln? Mit dieser Frage im Schlepptau hatten wir die Alpha-Phase gerade abgeschlossen und waren kurz davor mit der ersten Edition online zu gehen. In den Markt zu treten. Wir ahnten damals noch nicht, was noch alles vor uns liegen würde. Und schon gar nicht, was es bedeutet, das eigene Ziel im Blick zu behalten und dabei flexibel genug zu bleiben, Umwege, neue Wege, Irrwege zuzulassen, um es auch zu erreichen.

Ein paar Monate später publizierten wir die erste von den inzwischen 12 Der Kontext Edition, wir haben unsere Technologie stetig verbessert, weiterentwickelt und auf unserer Reise festgestellt, dass die Software, die wir initial für uns entwickelt hatten, in sehr unterschiedlichen Branchen sehr sinnvoll eingesetzt werden kann. Oder anders: wir starteten mit einer Publishingidee und werden immer mehr zum Softwareunternehmen. Unser Weg war und ist gespickt mit all diesen wundervollen Erfahrungen, die man als Gründer erleben darf. Mit Begeisterung ins Abenteuer stürzen, dabei lernen, Testen, Feedback bekommen, pivotieren, weiter lernen, flexibel sein und bleiben und immer dabei dieses tolle Gefühl der positiven Anspannung und Aufgeregtheit, wenn man seiner Passion folgt und die eigenen Ideen in die Realität führt.

Vor diesem Hintergrund empfand ich es als besondere Ehre, auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Fachpresse 2019 erneut auf der Hauptbühne zu stehen, im selben Track, aber dafür in neuer Rolle. Als Moderatorin hatte ich die große Freude vier vielversprechende, neue, innovative und erfolgreiche Startups vorzustellen:

Janina Mütze fragte sich als Nichtmarktforscherin, wieso man die Marktforschung nicht auch ganz anders machen könnte und gründete kurzerhand das Startup Civey, das es innerhalb von nur vier Jahren zum technologischen Marktführer in der Marktforschung geschafft hat.

Marc Süss und sein Mitgründer wollen den Arbeitsablauf bei der Content Erstellung deutlich beschleunigen und haben mit Sigmund Talks einen Chatbot entwickelt, der als „digitaler Content-Therapeut“ dem Redakteur mittels virtuellem Gespräch und Automatisierung das Schreiben erleichtern will.

Ingo Rübe, ehemals CTO von Burda, hat aus seiner Tätigkeit dort das Startup botlabs ausgegründet und arbeitet mit und an der Blockchain Technologie. Auf dem Kongress stellte er einen konkreten Anwendungsfall für die Verlagsbranche vor.

Kajetan Amansperg und seine Mitgründerin haben am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet in einem schnell skalierenden Startup agil arbeiten zu müssen. Diese Agilität bezieht sich in der Regel auf die Entwicklung von Produkten oder Services und weniger auf die Mitarbeiter. Mit Leapsome, einer Feedback und Lernsoftware, wollen die Beiden diese „menschliche Seite der Digitalsierung“ zurück in Unternehmen bringen.

Vielen Dank an den Fachpressekongress, dass ich diese tolle Erfahrung machen durfte. Und vielen Dank an alle vier Startups für die spannenden Einblicke und die tollen Gespräche. Ich wünsche Euch weiterhin viel Erfolg und gutes Durchhalten 🙂


Alle Fotos vom Fachpressekongress 2019: Monique Wüstenhagen